Entrümpelung: was gehört wohin? Ein Sortierleitfaden für Keller, Dachboden und Wohnung
Sperrmüll, Recyclinghof, Spende oder Sondermüll – die richtige Entsorgung spart Geld und schont die Umwelt. Ein Überblick über die wichtigsten Kategorien und was jeweils in welchen Container gehört.
Wenn Sie einen Keller, einen Dachboden oder eine ganze Wohnung entrümpeln, stehen Sie irgendwann vor einem Berg Sachen – und jede hat einen anderen Entsorgungsweg. Was Sperrmüll ist, was zum Recyclinghof muss, was noch verschenkt werden kann und was als Sondermüll gilt, ist nicht immer klar.
Eine gute Vorsortierung spart am Ende Zeit, Geld und schont die Umwelt. Und sie ist Pflicht – einfach alles in einen Container zu kippen ist oft sogar rechtlich nicht zulässig.
Die fünf Hauptkategorien
Egal ob selbst entrümpeln oder eine Firma beauftragen – diese fünf Kategorien helfen beim Sortieren:
- Verwertbar – kann verkauft, verschenkt oder gespendet werden
- Sperrmüll – normaler Haushalts-Müll, der zu groß für die Tonne ist
- Recyclinghof / Wertstoffhof – spezielle Materialien mit Rückgabewert
- Elektro-/Elektronik-Schrott – eigene Entsorgungspflicht
- Sondermüll / gefährliche Abfälle – nur über Problemstoffsammlung
Jede Kategorie hat eigene Regeln. Gehen wir sie durch.
Was ist verwertbar – zuerst schauen
Bevor etwas in Sperrmüll oder Container wandert, lohnt sich ein kritischer Blick:
- Möbel in gutem Zustand – Kommoden, Sofas, Tische, Schränke. Oft nehmen das Secondhand-Läden wie Oxfam, Rotkreuz-Kleiderläden oder regionale Sozialkaufhäuser. In Freiburg gibt es dafür die FAIRkauf- Kaufhäuser, in Emmendingen oder Lahr entsprechende Initiativen.
- Bücher und CDs – Bücherei, Second-Hand-Laden, Bücherschränke in öffentlichen Räumen. Oder über Kleinanzeigen verschenken.
- Kleidung in gutem Zustand – Kleiderkammern, Altkleider-Container. Nicht in die Gelbe Tonne.
- Gutes Geschirr, Haushaltswaren – soziale Einrichtungen, Nachbarn oder Kleinanzeigen.
Was hier wegkommt, zählt am Ende nicht als „Entsorgungsvolumen” – also weniger Sperrmüll-Gebühren und weniger Container-Kosten.
Sperrmüll – das Größere, das nicht verkauft werden kann
Sperrmüll ist alles, was zu groß für die Restmülltonne ist und als normaler Hausrat gilt:
- Alte Polstermöbel, Matratzen, Teppiche
- Kaputte Möbel aus Holz, Metall oder Kunststoff
- Kleine Deko-Gegenstände in größerer Menge
- Fahrräder, Koffer, Kinderwagen
In Baden-Württemberg funktioniert die Sperrmüll-Abholung meist so: Sie melden sich online oder per Karte beim Abfallwirtschaftsbetrieb an, bekommen einen Termin und stellen den Sperrmüll am Morgen des Termins an die Straße. Die erste oder zweite Abholung pro Jahr ist in vielen Gemeinden (z.B. Freiburg, Gundelfingen, Lahr) gebührenfrei.
Wichtig: Sperrmüll darf nicht zu groß sein (meistens max. 1,5 m Kantenlänge) und muss von zwei Personen tragbar sein. Sonst wird er nicht mitgenommen.
Recyclinghof – wertvolle Rohstoffe
Der Wertstoff- oder Recyclinghof nimmt Materialien, die sich sinnvoll wiederverwerten lassen:
- Altholz (unbehandelt / behandelt separat)
- Altmetall – alte Fahrräder, Metallregale, Heizkörper, Werkzeuge
- Kunststoffe in größerer Menge
- Grünschnitt aus dem Garten
- Bauschutt in haushaltsüblichen Mengen
Für Privathaushalte ist die Anlieferung bis zu einer bestimmten Menge in den meisten Kreisen kostenfrei. Ab dem Überschreiten dieser Menge fallen Gebühren pro Kubikmeter an.
Tipp: Altmetall lohnt sich oft einzeln zu sammeln und zum Schrotthändler zu bringen – dort bekommt man Geld dafür, statt zu bezahlen.
Elektro- und Elektronik-Schrott
Alles mit Kabel oder Batterie darf nicht in den Hausmüll:
- Große Haushaltsgeräte (Waschmaschine, Kühlschrank, Herd)
- Kleingeräte (Toaster, Wasserkocher, Fön, Mixer)
- Unterhaltungselektronik (Fernseher, Stereoanlage, Computer, Drucker)
- Leuchtmittel (Energiesparlampen, LEDs – nicht Glühbirnen)
Wohin damit:
- Wertstoffhof nimmt alles kostenlos
- Große Elektro-Händler (MediaMarkt, Saturn, IKEA-Küchenstudio etc.) nehmen Kleingeräte oft gratis zurück – und bei Neukauf auch Großgeräte.
- Für Kühlschränke und Gefriertruhen ist wegen des Kältemittels die fachgerechte Entsorgung Pflicht.
Sondermüll – das Gefährliche
Diese Kategorie wird oft vergessen, aber sie ist wichtig:
- Altbatterien und Akkus
- Altöl, Motoröl
- Lacke, Farben, Lösungsmittel mit Restinhalt
- Reinigungsmittel, Säuren, Laugen
- Pflanzenschutzmittel, Düngemittel
- Abgelaufene Medikamente (manche Apotheken nehmen sie zurück, sonst Schadstoffsammlung)
Diese Sachen gehen zur mobilen Schadstoffsammlung – im Abfallkalender der jeweiligen Gemeinde sind Termine und Standorte angegeben. Abgabe ist für Privathaushalte kostenlos bis zu einer Haushaltsmenge.
Niemals in den Abfluss, in den Hausmüll oder in den Garten kippen – das ist Umweltstraftat.
Bauschutt – eigene Logik
Renoviert oder reißt Wände ein? Bauschutt läuft über eigene Container:
- Reiner Bauschutt (Steine, Ziegel, Mörtel) ist günstiger zu entsorgen als gemischter.
- Bauschutt mit Holz, Folien, Dämmstoffen = Baumischabfall, teurer.
- Asbest (ältere Platten, Eternit-Dächer) braucht Spezialfirmen – nicht selbst entsorgen.
Für kleine Mengen reicht der Wertstoffhof. Für Renovierungen ist ein Bauschuttcontainer sinnvoller, den Sie beim Abfallwirtschaftsbetrieb oder einem Containerdienst bestellen.
Gartenabfälle und organische Reste
- Grünschnitt (Äste, Laub, Rasenschnitt) kommt auf den Kompost oder zum Grüngut-Sammelplatz / Wertstoffhof.
- Lebensmittel (verdorben, abgelaufen) in die Biotonne. Tierische Abfälle nur in dafür vorgesehene Behälter.
- Große Mengen Gartenerde oder Wurzelwerk zum Wertstoffhof.
Was bleibt – Restmüll
Alles, was in keine der obigen Kategorien passt und nicht recyclebar ist, geht in den Restmüll. Bei Entrümpelungen sollte das aber der kleinste Teil sein – bei richtiger Vorsortierung.
Entrümpelung professionell machen lassen – was Sie sparen
Wenn die Menge zu groß ist oder die Zeit zu knapp, übernimmt eine Entrümpelungsfirma den kompletten Sortier- und Entsorgungsprozess:
- Wertschätzung inklusive – verwertbare Sachen werden angerechnet und senken den Rechnungspreis.
- Fachgerechte Entsorgung – die Firma kennt die Entsorgungswege und sortiert vor Ort.
- Vollständige Räumung – am Ende ist die Wohnung leer, ggf. besenrein übergebefähig.
Wer in Südbaden eine Entrümpelung plant – in Freiburg, Emmendingen, Lörrach, Lahr oder in den umliegenden Gemeinden – kann auch ohne vorherige Sortierung einen Termin für eine Besichtigung vereinbaren. Das ist kostenlos und zeigt, ob der Eigenaufwand sich lohnt oder die professionelle Räumung sinnvoller ist.
Kurz gesagt
Gute Entsorgung ist eine Frage der richtigen Sortierung. Wer vor der Entrümpelung grob sortiert, spart Entsorgungskosten und entsorgt umweltgerecht. Wer das nicht selbst machen kann oder will, sollte eine Firma wählen, die transparent zeigt, wohin jedes Material geht – und nicht einfach alles in einen Container kippt.